Spanien: Das neue Kabinett von Ministerpräsident Mariano Rajoy beschließt drastische Maßnahmen zur Ankurbelung des Immobilienmarktes

02.01.2012

Laut Auskunft der einschlägigen spanischen Wirtschaftspresse sind in der letzten Kabinettssitzung 2011, die am 30. Dezember 2011 stattfand, folgende Maßnahmen zur Ankurbelung des spanischen Immobilienmarktes und Sanierung des Staatshaushaltes verabschiedet worden:

  1. Die bereits unter der Regierung Zapatero bis zum 31. Dezember 2011 außerordentlich von 8% auf 4% herabgesetzte spanische Mehrwertsteuer (IVA) für den Erwerb von Neubauwohnungen oder –häusern wird während der kommenden 12 Monate aufrechterhalten;
  2. Die von der Regierung Zapatero kürzliche abgeschaffte, in Spanien als „historisch“ angesehene Einkommensteuersenkung für den Erwerb der Erstwohnung wird wieder eingeführt;
  3. Die spanische Grundsteuer (IBI) wird durchschnittlich um 6 % erhöht, wobei grds. nur diejenigen Eigenheimbesitzer betroffen sind, deren Katasterwerte oberhalb des Durchschnittes der Vergleichswerte innerhalb einer Gemeinde liegen; die Maßnahme betrifft also rund 50 % aller spanischen Eigenheimbesitzer. Dabei werden diejenigen stärker zur Kasse gebeten (Erhöhung um 10%), deren letzte Anpassung des Katasterwertes mehr als 10 Jahre zurückliegt.

Hintergrund ist, dass spanische Banken und Sparkassen derzeit noch rund 750.000 frisch fertiggestellte Wohnimmobilien in ihren Büchern haben, die auch im Krisenjahr 2011 nicht auf den Markt gekommen sind. Dieser enorme Stock an Neubauwohnungen ist nach Ansicht der Branche die Hauptursache für das Einschlafen der spanischen Bauwirtschaft vor etwa zweieinhalb Jahren.

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